Pressemitteilung zum 05.02.2007: Welttag "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung"
Weltweit gibt es ca. 130 Millionen genitalverstümmelte Mädchen und Frauen. Jedes Jahr kommen schätzungsweise zwei Millionen Mädchen im Alter zwischen vier und zwölf Jahren hinzu. In Äthiopien, Eritrea und Gamibia sind 90 % der Mädchen und Frauen verstümmelt, wobei es verschiedene, alles grausame Formen der Verstümmelung gibt. Meistens sind die Mädchen zwischen 4 und 8 Jahren, an denen dieses grausame Ritual ohne Betäubungsmittel vorgenommen wird.
Weltweit werden täglich !!!!! über 6000 Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung grausamster Art! Die Sterberate liegt bei der schwersten Form der Verstümmelung bei 30 % !!!! Langfristige Schäden sind Infektionen, wiederkehrende Blutungen, psychische Schäden, sowie Depressionen oder Psychosen. Geburten verlaufen häufig mit lebensgefährlichen Komplikationen für Mutter und Kind. Die enorm hohe Müttersterblichkeit in Afrika ist auf Verstümmelung zurückzuführen.
In Deutschland leben Schätzungen zufolge 30.000 Frauen und Mädchen, die von ihr betroffen oder bedroht sind. 10.000 bis 20.000 werden nach Schätzungen beschnitten, ähnlich viele in Großbritannien oder Frankreich. Zum Beschneidungsritus werden die Kinder oft von den Eltern in ihr Heimatland gebracht. In Deutschland vorgbenommenen Eingriffe treten nur vereinzelt ans Tageslicht. Eltern, die durch Migration oder Flucht nach Europa gekommen sind, leben in dem Glauben, das diese grausame Praxis für ihre Töchter biologisch oder sozial notwendig ist.
Für Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie Kinderärztinnen und -ärzte muss dieses Thema Teil der Aus- und Fortbildung werden. "Eine Gesellschaft, die diese Praxis verharmlost oder stillschweigend duldet, macht sich mitschuldig am Tod und Leid unzähliger Mädchen und Frauen." O-ton von Terres des Femmes - Menschenrechtsorganisation für Frauen in Deutschland.
1993 verurteilten das erste Mal die Vereinten Nationen die Genitalverstümmelung. Die Protestbewegung gegen diese lebenslange Folter hat in letzte Zeit vor allem aus den USA Aufwind bekommen. Die Genitalbeschneidung kann nicht mit kulturellen oder religiösen Traditionen gerechtfertigt werden.
Wer Verdacht hegt, dass ein Mädchen unter Komplikationen einer Beschneidung leidet, kann sich u.a. an Terre Des Femmes in Tübingen wenden: Tel. 07071/ 7973-0 - E-mail tdf@frauenrechte.de
Elke Marita Stuckel-Lotz - Mitglied im Kreisvorstand und Kreistag für B90/Die Grünen und Stv. Landrätin - die auch für die Organisation TdF in Herten mit Aktionen und Aktivitäten i. S. Frauenrechten tätig ist, nimmt ebenfalls Informationen entgegen: 0171 938 66 31 - oder E-Mail stuckel-lotz@web.de.