Die Grünen im Kreistag Recklinghausen

30.08. 2008

b474n

Filed under: Anleitung, Pressemitteilungen, Anfragen - Administrator @ 9:28

Im Bundesverkehrsministerium finden die Grünen keinen Mitstreiter im Kampf gegen die B 474 n.Bert Wagener: "Dort setzt man klar auf den Ausbau der Straßen und forciert nicht die Schiene"
Das hatte sich Bert Wagener (40), Vorsitzender des Grünen-Stadtverbandes und Mitglied des Kreistags, anders vorgestellt. Eigentlich suchte er beim Besuch im Bundesverkehrsministerium von Wolfgang Tiefensee (SPD) einen Mitstreiter gegen die B 474n und damit die Vergeudung von Freiflächen. Doch die Ernüchterung kam schnell. "Ein Staatssekretär erklärte uns, dass der Ausbau von Straßen forciert werde, weil über den Individualverkehr Mineralöl- und Kraftfahrzeugsteuer sowie Maut eingenommen werde. Man setze nicht auf die Schiene, weil diese nur Geld koste und nichts einbrächte."

Das sei genau das Gegenteil der Politik, die die Castrop-Rauxeler Grünen verwirklichen möchten. Bert Wagener: "Die Entscheidung gegen die B 474 n und damit gegen eine Anbindung der Rieselfelder geht genau in die richtige Richtung. Statt immer neue Flächen zu versiegeln, sollten wir die ohnehin für die Natur schon verloren gegangenen Flächen nutzen." Also die bestehende Infrastruktur möglichst intensiv zu nutzen, anstatt sie weiter drastisch auszubauen.

Dazu gehöre auch, "die Flucht aufs Land" zu stoppen. Durch die Erschließung von immer mehr Baugebieten in den eher ländlich geprägten Stadtteilen wie Frohlinde, Becklem oder Pöppinghausen entstehe "ein enormer Druck, die notwendigen Infrastrukturen hinterher zu bauen", also Kindergärten, (Grund-)Schulen, Busanschlüsse und Nahversorgung. Wagener: "Und auch die in der Diskussion stehenden Schutzziele der Feuerwehr wären mit den bestehenden Mitteln spielend zu erreichen."

Ähnliches gelte für attraktive ehemalige Industrieflächen, die bereits an das Verkehrsnetz angeschlossen seien, also Graf Schwerin und Ickern. "Häufig ist es den Akteuren auf dem Wirtschaftsmarkt allerdings zu aufwändig, alte Standorte einer erneuten Verwendung zuzuführen. Stattdessen werden neue Gebiete erschlossen."

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